Landschaft als ästhetische Formsuggestion

Andreas Steffens | © Z. Pluszynski
Andreas Steffens | © Z. Pluszynski

In meinen bildnerischen Essays ist die ‚Landschaft’ kein ‚Thema’. Die Bilder, deren Strukturen landschaftsartig erscheinen, sind weder das Ergebnis einer Betrachtung, noch einer Vorstellung. Von wenigen Fällen abgesehen, in denen es eine vor der Aufnahme des Arbeitsprozesses klar konturierte figurative Bildstruktur gibt, entstehen die Malereien in einer Mischung aus situativem Psychogramm und Gestaltsuche auf dem Bildträger in klassischer informeller ‚Methode’, indem die dynamisch aufeinander bezogenen Farbsetzungen durch die damit entstehenden Formsuggestionen in schrittweiser Verdichtung die Gestalt des Bildes entstehen lassen. Als verfestigtes ‚Protokoll’ dieser Bewegung einer Farbsetzungschoreografie lassen die Elemente der erreichten Form sich wahrnehmen wie Fixpunkte einer Topographie. Das wird unterstützt von den Suggestionen, die von der horizontalen Schematik unserer visuellen Wahrnehmung ausgehen, deren kulturelles Modell der Blick in eine Landschaft ist, seit die europäische Bildkunst sich von der spirituellen Innenwendung einer Veranschaulichung der biblischen Mythen der Offenbarung emanzipierte, und Teil der Außenwendung im zivilisatorischen Prozeß der Weltentdeckung wurde.

Amorbach bei Nacht | 2009 | Öl auf Leinwand
Amorbach bei Nacht | 2009 | Öl auf Leinwand
Côte d'Or im Winter | 2009 | Öl auf Leinwand
Côte d'Or im Winter | 2009 | Öl auf Leinwand
Ohne Titel | 2009 | Öl auf Leinwand
Ohne Titel | 2009 | Öl auf Leinwand
Ohne Titel | 2009 | Öl auf Leinwand (2)
Ohne Titel | 2009 | Öl auf Leinwand (2)
Sonnenlandschaft | 2009 | Öl auf Leinwand
Sonnenlandschaft | 2009 | Öl auf Leinwand